Süße Energydrinks erfreuten sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit. Vor allem Jugendliche konsumieren die koffeinhaltigen Getränke sehr gerne. Dabei kritisieren viele Persönlichkeiten aus Politik und Ernährungswissenschaften, dass die Wachmacher aus der Dose in großen Mengen schädlich für die Gesundheit sein können.

Immer wieder kommt daher die Diskussion auf, ob es Sinn macht eine Altersbeschränkung für Energydrinks einzuführen. Doch ist diese Debatte überhaupt gerechtfertigt und welche Auswirkungen hätte eine solche Beschränkung?

Gibt es eine staatliche Altersbeschränkung?

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Nein, in Deutschland gibt es aktuell keine gesetzliche Beschränkung für den Verkauf von Energydrinks an Minderjährige. Dennoch haben sich vereinzelte Märkte dazu entschlossen Energydrinks erst an Kunden ab 16 Jahren zu verkaufen. Rechtlich verpflichtet wären sie dazu jedoch nicht.

Während einige Stimmen die „Verharmlosung von Energydrinks“ der Politik anprangern, verweisen viele Gegenstimmen auf die bereits bestehende gesetzliche Höchstmenge von 320 mg Koffein pro Liter. Darüber hinaus muss das Produkt bereits ab 150 mg Koffein pro Liter mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden. Dieser muss preisgeben, dass das Getränk erhöhte Mengen an Koffein enthält und nicht für Kinder, sowie schwangere und stillende Frauen geeignet ist. Tee und Kaffee bilden eine Ausnahmeregelung.

Trotzdem ist das Hauptargument der Gegenpartei, dass dadurch die konsumierten Mengen nicht kontrolliert werden können. Kinder und Jugendliche sind sich oft der gesundheitlichen Folgen nicht bewusst und trinken teilweise mehrere Dosen Red Bull, Monster Energy und co. am Tag.

Wie gefährlich sind Energydrinks und Koffein wirklich?

Erwiesenermaßen können Energydrinks die Gehirnfunktion verbessern und Müdigkeit vorbeugen. Neben diesen vorteilhaften Effekten gibt es jedoch Bedenken, dass Energydrinks zu Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Dies ist nicht unbegründet, denn wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich die koffeinbedingte Steigerung des Blutdrucks und der Herzfrequenz negativ auf die Herzgesundheit auswirken können (1).

Jedoch gelten die Bedenken hauptsächlich bei einer regelmäßigen und stark überdosierten Einnahme. Bei gelegentlichem Konsum in normalen Mengen ist nahezu nichts zu befürchten.

Anders sieht das Ganze jedoch in Kombination mit Alkohol aus. Durch die stimulierende Wirkung des in Energydrinks enthaltenen Koffeins kann das Wirkungsempfinden von Alkohol geschwächt werden. Man fühlt sich weniger berauscht, trinkt mehr Alkohol und erleidet im Anschluss stärkere alkoholbedingte Beeinträchtigungen.

Während die Kombination mit Alkohol vorwiegend ältere Konsumenten von Energydrinks betrifft, ist ein Punkt besonders bei Jugendlichen als kritisch zu betrachten: Zucker.

Eine 250-ml Dose Red Bull enthält beispielsweise 25 g Zucker. Bei einer 500-ml Dose Monster Energy sind es ganze 55 g Zucker. Wenn Jugendliche dann noch mehrere Dosen Energydrinks am Tag trinken, landen sie ganz schnell in einem sehr ungesunden Zuckerkonsum. Dies kann wiederum zu extremen Blutzuckerschwankungen oder sogar zu Diabetes führen. Zu einer gesunden Ernährung tragen die süßen Getränke also eher nicht bei.

Wer sollte keine Energydrinks trinken?

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Generell gelten Energy Drinks in angemessenen Mengen unbedenklich. Für die meisten Menschen spricht also nichts gegen einen gemäßigten Energydrink Konsum. Ausnahmen bilden jedoch Kinder, sowie schwangere und stillende Frauen. Zwar ist Koffein während der Schwangerschaft nicht gänzlich verboten, jedoch fand man in einer Studie heraus, dass große Mengen Koffein Auswirkungen auf das Geburtsgewicht des Babys haben können. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gelten 200 mg Koffein pro Tag als Grenzwert für Schwangere.

Auch von Diabetes, Herzkrankheiten oder Epilepsie betroffene Personen sollten Energydrinks eher meiden. Inhaltsstoffe wie Koffein, Taurin oder der Zucker können Symptome hervorrufen und unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Darüber hinaus sollte der Konsum von Energydrinks bei Personen die empfindlich auf Koffein reagieren vermieden werden.

Nebenwirkungen von Energydrinks

Die meisten bekannten Nebenwirkungen von Energydrinks sind auf das enthaltene Koffein zurückzuführen. Der natürliche Wachmacher kann bei einer Einnahme am späten Abend zum Beispiel Schlafstörungen verursachen. Du solltest Koffein daher im Bestfall nur morgens, mittags oder nachmittags trinken.

Da jede Person anders auf Koffein reagiert sind Nebenwirkungen wie…

  • Kopfschmerzen,
  • Herzrasen,
  • Bluthochdruck,
  • Unwohlsein,
  • Schweißausbrüche
  • oder Magen-Darm-Probleme

…nicht auszuschließen.

Durch die Kombination von Energydrinks mit Koffein ergeben sich wiederum andere Nebenwirkungen wie ein vermindertes Trunkenheitsbewusstsein.

Altersbeschränkung von Energydrinks – Vor- und Nachteile

Die Vor- und Nachteile einer Altersbeschränkung von Energydrinks unterscheiden sich natürlich je nach Standpunkt. Ich habe jedoch versucht die ganze Diskussion möglichst objektiv zu betrachten und folgende Pro- und Contra Argumente in der Übersicht gesammelt.

Pro altersbeschraekung-vorteile

Contra altersbeschraekung-nachteile

Besserer Jungendschutz

Unverhältnismäßig im Vergleich zu Nikotin und Alkohol

Gesündere Ernährung für Kinder und Jugendliche

Koffein gilt in angemessenen Mengen als gesund

Tägliche Konsummengen lassen sich bei Kindern und Jugendlichen besser regulieren

Kaffee und Tee enthalten ebenfalls relativ viel Koffein

 

Es gibt Energydrinks auch als zuckerfreie Alternative

 

Langzeitstudien stehen noch aus

Alternativen zu Energydrinks

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Neben den oftmals „chemisch“ hergestellten Energydrinks gibt es eine Menge natürlicher Stoffe, die ähnliche Effekte hervorrufen. Die Pflanzen und Wirkstoffe, auf die ich gleich genauer eingehen werde, besitzen von Natur aus eine vitalisierende Wirkung. Das beispielsweise auf Inhaltsstoffe wie Koffein oder sogenannte Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) zurückzuführen. Es handelt sich also insgesamt um gute Alternativen zu Energydrinks.

Kaffee

Kaffee ist der Klassiker unter den Wachmachern. Die meisten Menschen kommen ohne eine Tasse Kaffee nach dem Aufstehen gar nicht mehr in Fahrt. Das liegt vor allem an den ca. 80 mg Koffein in jeder Tasse Kaffee. Nebenbei enthält die Kaffeebohne eine Menge pflanzliche Wirkstoffe die zum Beispiel Antioxidativ wirken. Nicht ohne Grund gilt Kaffee daher als sehr gesund.

Schwarzer und grüner Tee

Sowohl schwarzer, als auch grüner Tee enthalten von Natur aus Koffein. Um genau zu sein, enthält eine Tasse zwischen 20 und 50 mg Koffein. Das ist zwar etwas weniger als Kaffee, jedoch beinhaltet der Tee viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Antioxidanten. Das macht dich nicht nur wach, sondern fördert auch deine Gesundheit.

Scharfe Lebensmittel

Egal ob Chili, Pfeffer oder Ingwer. Die Schärfe dieser Gewürze und Lebensmittel regt den Stoffwechsel an und fördert die Durchblutung. Ermüdungserscheinungen werden dadurch wirksam verringert. Zudem ist die Ingwerwurzel besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Das fördert ebenfalls die Gesundheit.

Früchte

Dass Früchte wahre Vitaminbomben sind, sollte jedem klar sein. Dass besonders Äpfel, Bananen und Orangen sehr reich an Vitamin C sind, welches die Müdigkeit verringern kann, wissen die wenigsten. Der Fruchtzucker geht zudem sehr schnell ins Blut und versorgt den Körper mit wichtiger Energie für den Tag.

Fazit

Die Endscheidung ob Energydrinks eine Altersbeschränkung für den Verkauf erhalten sollten, liegt bei der Politik. Während es ein paar Argumente dafür gibt, sprechen jedoch die meisten Punkte eher gegen eine solche Verkaufsbeschränkung.

Zwar gelten Energydrinks nicht als sonderlich gesund, jedoch sind sie lange nicht so schädlich wie Alkohol oder Nikotin, welche bereits einer Altersbeschränkung unterliegen. Viele halten eine Verkaufsbeschränkung daher für nicht verhältnismäßig.

Verbraucherschützer fordern eine bessere Kennzeichnung von koffeinhaltigen Produkten. Bisher genügt ein kleiner Warnhinweis in der Nähe der Inhaltsstoffe: „Für Kinder, sowie schwangere und stillende Frauen nicht geeignet“. Hier wird verlangt, dass entsprechende Hinweise gut sichtbar auf der Vorderseite des Produkts platziert werden. Eventuell handelt es sich hierbei um einen guten Kompromiss zwischen einer Altersbeschränkung und Tatenlosigkeit.

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