Die Frage ob Bentonit schädlich ist oder nicht, kommt immer wieder auf. Viele schwören auf die Wirksamkeit der Heilerde während einer sogenannter Detox-Kur. Andere behaupten hingegen, Bentonit würde wichtige Mineralstoffe aus dem Körper ziehen und dadurch gefährlich für die Gesundheit sein.

In diesem Beitrag wollen wir diese Frage ein für alle Mal beantworten und dir zeigen, was du bei Bentonit für Wirkungen und Nebenwirkungen zu erwarten hast. Außerdem erfährst du, was es bei der Einnahme zu beachten gilt.

Was ist Bentonit?

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Bei Bentonit handelt es sich um ein Tonmineral, welches aus verwitterter Vulkanasche stammt. Der Name dieses Mineralstoffs basiert auf seinem Entdeckungsort Montana, welcher auch den Namen Fort Benton trägt.

Hauptbestandteil von Bentonit ist das Mineral Montmorillonit. Es gehört zur Klasse der sogenannten Schichtsilikate und besteht aus Aluminium, Silizium, Magnesium, Kalzium, Natrium und Kristallwasser.

Aufgrund der extrem großen und negativ geladenen inneren Oberfläche besitzt Bentonit eine hohe Resorptionsfähigkeit für Schadstoffe im menschlichen Körper. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß diese Oberfläche wirklich ist, hier ein kleiner Vergleich: Normale Tonerde besitzt bei einem Gewicht von einem Gramm eine innere Oberfläche von 2 Quadratmeter. Bei Bentonit hingegen ist diese Fläche um 200 – 300 Mal höher. Sie beträgt in etwa 400 – 600 Quadratmeter.

Aufgrund dieser Eigenschaften wird Bentonit neben der Entgiftung des Körpers auch in sehr vielen anderen Gebieten, wie zum Beispiel in der Industrie als Dichtungsmittel oder Bindemittel eingesetzt. Darüber hinaus wirst du das Mineral auch auf der Zutatenliste vieler Kosmetikprodukte finden. Es wird dabei unter anderem zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet.

In Form eines Nahrungsergänzungsmittels ist Bentonit vorwiegend als Kapsel-, Tabletten- oder Pulverpräparat auf dem Markt erhältlich. Auf diesem Wege gelangt das Mineral in seiner reinsten Form in den Körper und kann dort seine Wirkung entfalten. Welche Wirkungsbereiche der Heilerde im Detail zuzuschreiben sind, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Wirkung von Bentonit

Wie bereits erwähnt ist Bentonit vor allem wegen seiner entgiftenden Wirkung bekannt. Es besitzt eine negative Ladung und zieht somit alle Stoffe mit positiver Ionenladung an. Die Heilerde verbindet sich also mit negativ geladenen Metallen, Bakterien und Schadstoffen im Körper. Die Verbindung dieser Substanzen wird dann über den Darm wieder ausgeschieden.

Zwar sind die verschiedenen Schwermetalle essentiell für die Körperfunktion, jedoch kann eine Überbelastung schwerwiegende Folgen auf die Organe haben. Bentonit kann bei einer sogenannten Metalltoxizität hilfreich sein, indem es die überhöhten Konzentrationen aus dem Körper befördert. Kritiker bemängeln immer wieder, dass auch nützliche Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bei einer Detox-Kur ausgeschieden werden. Nicht selten wird Bentonit daher als schädlich bezeichnet. Doch dazu später mehr.

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Bei der oralen Einnahme in Form eines Nahrungsergänzungsmittels landet Bentonit logischerweise zuerst im Magen und anschließend im Darm. Aus diesem Grund gilt der Magen-Darm-Trakt als Hauptwirkungsbereich des Tonminerals. Studien zufolge verringert Bentonit nicht nur die Schadstoffe im Magen-Darm-Trakt, sondern verbesserte auch die Nährstoffverwertung (1).

Darüber hinaus soll Bentonit typische Symptome eines Reizdarmsyndroms wie Durchfall oder Verstopfungen lindern können (2). Ersteres wurde jedoch nur in gemeinsamer Verabreichung mit Zink festgestellt.

Als weiteres Wirkungsgebiet der Heilerde gilt die Haut. Wie bereits erwähnt, ist Bentonit daher in vielen Kosmetikprodukten zu finden. Es ist in der Lage Dermatitis und Symptome einer allergischen Kontaktdermatitis zu lindern (3). Darüber hinaus konnte man in einer Studie feststellen, dass eine Sonnenlotion die mit Bentonit angereichert wurde, die Haut besser vor schädlicher UV-Strahlung schützen konnte, als andere Produkte (4).

Risikofreie Anwendung und Dosierung

Bei der Einnahme von Bentonit sollte man ein paar Dinge beachten, um einerseits die bestmögliche Wirkung zu erzielen und andererseits unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Im Optimalfall sollte das Mineral mit etwa 30 – 60 Minuten Abstand vor einer Mahlzeit auf leeren Magen oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate oder Aminosäuren sollten nicht innerhalb dieses Zeitraums eingenommen werden. Grund dafür ist, dass Bentonit die Inhaltsstoffe der anderen Präparate absorbiert und somit deren Wirksamkeit einschränkt.

Besonders wenn man Medikamente einnimmt, sollte der Einnahmezeitpunkt von Bentonit mit Bedacht gewählt werden. Die Bindungskraft des Tonminerals ist nämlich so stark, dass auch die Wirkung der Antibabypille oder anderer Medikamente beeinträchtigt werden kann.

Wenn akute Symptome von Durchfall oder Vergiftungen auftreten, so kann Bentonit natürlich jederzeit und ohne Beachtung der eben genannten Faktoren eingenommen werden. Es sollte jedoch bedacht werden, dass der Wirkungseintritt und die Wirkungsstärke von der Fülle des Magens abhängig sind.

Nimmt man Bentonit in Form von Kapseln ein, so sollte man zuerst den Anweisungen des Herstellers in Bezug auf die Dosierung und der Einnahme folgen. In den meisten Fällen schreibt diese vor 2 – 4 Kapseln (ca. á 750 mg) zusammen mit Wasser einzunehmen. Fruchtsäfte sollten für das herunterspülen der Kapseln vermieden werden.

Auch wenn Bentonit in Pulverform eingenommen wird, sind primär die Herstelleranweisungen zu beachten. In der Regel wird angewiesen einmal am Tag 3 g Bentonit Pulver in 300 – 500 ml Wasser zu verrühren und zu trinken. Zu Beginn der Einnahme sollte dabei die Verträglichkeit stets in geringeren Dosierungen (zum Beispiels die Hälfte) getestet werden.

Die Einnahme erfolgt generell immer in Zyklen. Ein Zyklus darf dabei den Einnahmezeitraum von 8 Wochen nicht überschreiten.

Wie schädlich ist Bentonit wirklich?

Die Frage ob Bentonit gefährlich ist oder nicht, lässt sich leider nicht klar mit ja oder nein beantworten. Denn wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln entscheidet die Einnahmedosis, Einnahmedauer und der Einnahmezeitpunkt über die Wirkungen und Nebenwirkungen des Wirkstoffs.

Kritiker sehen den größten Vorteil von Bentonit auch gleichzeitig als den größten Nachteil: die Quell- und Absorptionskraft. Wird die Tonerde nämlich in zu großen Mengen eingenommen, kann es tatsächlich gefährlich werden. Grund dafür ist, dass dem Körper wertvolle Mineralien wie Eisen oder Kalium entzogen werden. Dadurch kann es beispielsweise zu einem Eisen- oder Kaliummangel kommen, was sich wiederum in Schwächegefühl, Blässe oder Konzentrationsschwierigkeiten niederschlagen kann.

Wenn wir aber davon ausgehen, dass Bentonit ordnungsgemäß eingenommen wird und alle Faktoren wie Einnahmedauer und Dosierung beachtet werden, so ist es für den Menschen nicht gefährlich und es sind keine gravierenden Nebenwirkungen zu erwarten.

Aufpassen sollte man bei einer sogenannten Lehm-Diät. Es handelt sich dabei um eine neumodische Trenddiät, bei der man Bentonitpulver mit Wasser zu einem Brei rührt und es als Frühstück zu sich nimmt. In der Regel werden dabei so große Mengen des Minerals verwendet, dass die von uns beschriebenen Nebenwirkungen und Risiken zu hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Wenn man kein Risiko eingehen möchte, sollte definitiv auf altbewährte Diäten zurückgegriffen werden.

Auch Katzenbesitzer müssen Acht geben. Nicht selten befinden sich im Katzenstreu gewissen Mengen Bentonit. Sollte eine Katze zu viel davon verzehren, so kann es zu einer Bentonitvergiftung kommen.

In folgendem Video sind alle Fakten Rund um die Gefahren von Bentonit nochmal kompakt zusammengefasst.

Fazit

Die Eigenschaften von Bentonit können je nach Anwendung sowohl förderliche, als auch schädliche Effekte haben. Bei kaum einem anderen Nahrungsergänzungsmittel ist es daher so wichtig die Einnahmebedingungen einzuhalten.

Wenn man Bentonit mit Bedacht konsumiert, so ist sie nicht gefährlich. Die Heilerde besitzt neben der entgiftenden Wirkung auch positive Effekte auf den Magen-Darm-Trakt. Ein beliebter Verwendungszweck sind daher sogenannte Detox-Kuren. Auch bei äußerlicher Anwendung auf der Haut in Form einer Gesichtsmaske oder Creme erwies es sich als wirksames Mittel.

Du erhältst das Mineral in Form eines Nahrungsergänzungsmittels in Kapsel,- Tabletten,- oder Pulverform. In Bezug auf die Wirkung ist es jedoch irrelevant für welche Darreichungsform du dich entscheidest. Die jeweils besten Produkte und weitere ausführliche Informationen über die Heilerde, haben wir dir in unserem allumfassenden Beitrag über Bentonit zusammengestellt.

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